Hawthorne-Effekt

Der Hawthorne-Effekt ist ein systematischer Fehler bei der Datenerhebung, dessen Entdeckung maßgeblich dazu beigetragen hat, dass heute kaum eine Studie ohne Kontrollgruppe auskommt.
Grundsätzlich ist der Effekt ähnlich dem Placebo-Effekt. Der Hawthorne-Effekt bezeichnet die Tatsache, dass die bloße Anwesenheit von Forschern die Ergebnisse beeinflussen kann. Im namensgebenden Beispiel hat man in den 1920ern untersucht, ob in den Hawthorne-Fabriken eine höhere Produktivität durch andere Beleuchtung erreicht werden könnte. Scheinbar war das auch der Fall, tatsächlich aber war die Produktivitätssteigerung dem Umstand geschuldet, dass sich die Arbeiter unter Beobachtung mehr angestrengt haben. Auf klinische Studien übertragen, kann die bloße Aufmerksamkeit, die ein Arzt einem Patienten entgegenbringt, dazu führen, dass dieser sich besser fühlt.


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